Fernstudium, Unternehmertum und die Kraft der Eigenverantwortung – Erfahrungsbericht zum Bachelorstudiengang Betriebswirtschaftslehre
„Schuster, bleib bei deinen Leisten.“ Diesen wohlmeinenden Rat habe ich mir im beruflichen und privaten Leben nie zu eigen gemacht. Dafür ist die Welt einfach zu groß, zu vielfältig und zu interessant. Es gibt zu viel zu entdecken, um sich ausschließlich auf einen kleinen Ausschnitt zu beschränken.
Mein Name ist Sadok Erz. Aufgewachsen bin ich auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf der Schwäbischen Alb. Nach meinem Sekundärschulabschluss stand ich vor der Frage: Welchen Beruflichen Weg soll ich einschlagen? Zu meinen Favoriten gehörten die Geisteswissenschaften, Jura und Betriebswirtschaftslehre. Es wurde die Betriebswirtschaft. Anschließend stellte sich die nächste Frage: klassisches Präsenzstudium oder duales Studium?
Ein Vollzeitstudium bot zwar niedrige Studiengebühren, erschien mir aber wenig praxisnah. Ein duales Studium versprach mehr Praxisbezug, brachte jedoch eine hohe Präsenzpflicht mit sich. Die Allensbach Hochschule eröffnete einen dritten Weg: ein flexibles Fernstudium, das sich mit beruflichen und unternehmerischen Aktivitäten verbinden ließ – und die Studiengebühren ließen sich durch flexible Arbeitsteilung gut kompensieren.
Das Fernstudium ermöglichte mir, parallel dazu meine eigene Firma im Land- und Baumaschinenhandel aufzubauen und später in Wohnimmobilien zu investieren. Besonders wertvoll fand ich, dass ich dadurch auch die Möglichkeit hatte, die Studieninhalte unmittelbar in der Praxis auf den Prüfstand zu stellen. Viele Konzepte blieben nicht theoretische Modelle auf dem Papier, sondern wurden zu Werkzeugen für reale Entscheidungen. Gleichzeitig erforderte diese Freiheit Eigenverantwortung. Die Hochschule stellte die Inhalte und eine erstklassige Betreuung bereit – die Übertragung auf die eigene Situation muss jedoch jeder Studierende selbst leisten. Genau darin lag für mich eine der größten Herausforderungen und zugleich einer der größten Vorteile des Studiums. Ein Beispiel dafür ist das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen als Einzelunternehmer. Man ist Projektmanager, Stratege, verantwortlich für Logistik, die Buchhaltung und ist Controller – alles Inhalte, die im Studium isoliert vermittelt werden, die aber als Unternehmer zusammengeführt werden müssen. Und diesen Weg musste ich allein gehen.
Rückblickend war die Entscheidung für eine Fernstudium für mich richtig. Ralph Waldo Emerson schrieb einst:
„The scholar is that man who must take up into himself all the ability of the time, all the contributions of the past, all the hopes of the future. He must be a university of knowledges. In the right state, he is Man Thinking. In the degenerate state, when the victim of society, he tends to become a mere thinker, or, still worse, the parrot of other men’s thinking.“
Emerson kritisierte bereits im 19. Jahrhundert die zunehmende Spezialisierung und den bloßen Gelehrtenbetrieb. Sein Ideal war nicht der Fachspezialist, der lediglich bestehendes Wissen verwaltet, sondern ein Mensch, der selbstständig denkt, Zusammenhänge erkennt und Wissen in Handeln übersetzt. Ich möchte dazu gerne noch eine Ebene hinzufügen: andere dafür zu begeistern. Genau darin sehe ich den eigentlichen Wert eines jeden Studiums. Zu den meisten Berufen gehört eine Ausbildung. Bildung hingegen kann und sollte mehr sein. Sie bedeutet, Wissen kritisch zu hinterfragen, eigenständig anzuwenden und durch praktische Erfahrung weiterzuentwickeln.
Ein Fernstudium verlangt dafür ein hohes Maß an Selbstorganisation, Disziplin und Durchhaltevermögen. Durch das eigenverantwortliche Lernen habe ich erkannt, dass Beständigkeit oft wichtiger ist als Perfektion. In den ersten zwei Studienjahren konnte ich die Studieninhalte gut mit meiner unternehmerischen Aktivität in Einklang bringen und den Stoff in Regelstudienzeit bewältigen – bis die Arbeit graduell die Oberhand gewann und das Studium in den Hintergrund trat. Aber es tat mir gut, einen akademischen Gegenpol zu haben, der mich intellektuell anders herausfordert als die täglichen Entscheidungen als Unternehmer.
Wenn man sich Emerson zu Herzen nimmt, ist es zweitrangig, ob man sich für Präsenz-, duales oder Fernstudium entscheidet; Wer bereit ist, Verantwortung für seinen eigenen Lernweg zu übernehmen und Theorie konsequent mit Praxis verbindet, wird langfristig davon profitieren. Und dann ist es unerheblich, wie lange man dafür braucht. Mein Rat an Studieninteressierte lautet daher: Nutzen Sie die Freiheit, die Ihnen ein Fernstudium bietet. Verstehen Sie die Studieninhalte nicht als Stoff zum Auswendiglernen, sondern als Werkzeuge für die Praxis. Wenn es gelingt, Theorie mit der Realität zu verbinden, entsteht ein Lernerfolg, der weit über Prüfungen und Noten hinausgeht und das ist befriedigend.
Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Allensbach Hochschule: der Studierendenbetreuung für ihre persönliche und herzliche Begleitung, den Dozentinnen und Dozenten für die kompetente Lehre und Vermittlung der Inhalte sowie dem Prüfungsamt. Es ist mir eine Ehre und Freude, zu den Alumni der Allensbach Hochschule zu gehören.