Quereinstieg ins Lehramt: Informationen für Interessierte

Wer sich für den Lehrerberuf interessiert, hat derzeit gute Chancen, seine Pläne auch ohne ein abgeschlossenes Lehramtsstudium verwirklichen zu können – der Lehrermangel macht es möglich. Wenn Sie Fachwissen und eine pädagogische Weiterbildung vorweisen können, ist der Quereinstieg ins Lehramt, ob im normalen Schuldienst oder an Berufsschulen, ein erreichbares Ziel.

Quereinstieg ins Lehramt: Voraussetzungen

Grundsätzlich ist ein Quereinstieg ins Lehramt möglich, wenn der aktuelle Bedarf an Lehrern mit regulär ausgebildeten Lehrkräften nicht gedeckt werden kann. Davon sind jedoch nicht alle Schulformen und Unterrichtsfächer betroffen. Je nach Bundesland kann sich die Beschäftigungslage für Quereinsteiger sehr unterschiedlich gestalten. Zu den Mangelfächern gehören insbesondere die sogenannten MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Die Altersgrenze für Personen, die den Quereinstieg ins Lehramt wagen wollen, liegt zumeist bei 40 bis 45 Jahren.

Die Mindestvoraussetzung für den Quereinstieg in den Lehrerberuf ist ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Hinzu kommen weitere Kriterien, die zwingend erfüllt sein müssen. Dazu gehört unter anderem, dass der Bewerber die für die Unterrichts- und Erziehungstätigkeit erforderlichen deutschen Sprachkenntnisse besitzt. Interessenten wird geraten, sich auf der Webseite des für sie zuständigen Kultusministeriums über die Zugangsvoraussetzungen für Seiten- bzw. Quereinsteiger zu informieren.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wird für Seiteneinsteiger eine berufsbegleitende Ausbildung angeboten, die dann aufgenommen werden kann, wenn der Bewerber eine mindestens zweijährige Berufstätigkeit oder eine mindestens zweijährige Betreuung eines minderjährigen Kindes nach Abschluss des Hochschulstudiums nachweisen kann. Darüber hinaus muss der Bewerber im Rahmen eines Auswahlverfahrens mit positiver Prognose über den Ausbildungserfolg in den Schuldienst eingestellt worden sein.

Bewerberinnen und Bewerber, die die oben genannten Voraussetzungen nicht erfüllen, können in den Schuldienst in Verbindung mit der Pädagogischen Einführung übernommen werden. Diese besteht aus einer zwei- bis dreimonatigen Orientierungsphase und einer neunmonatigen Intensivphase. Die Teilnahme an der Pädagogischen Einführung ist für alle Bewerber verpflichtend und nur einmal möglich.

Quereinstieg ins Lehramt: Sonstige Anforderungen

Die Übernahme einer Lehrtätigkeit an einer öffentlichen Schule ist eine Entscheidung, die nicht leichtfertig getroffen werden sollte. Die Anforderungen steigen von Jahr zu Jahr, was nicht zuletzt mit den wachsenden Migrationsbewegungen innerhalb Europas zu tun hat. Die Arbeit als Lehrer/-in erfordert heute ein starkes persönliches Engagement sowie ein hohes Maß an Geduld. Dies gilt speziell für die Primarstufe und der Sekundarstufe I, aber auch für die gymnasiale Oberstufe. Um erfolgreich als Lehrer/-in arbeiten zu können, ist außerdem eine gewisse Resilienz vonnöten. Je belastbarer man ist, desto leichter fällt es, sich im Schulalltag zurechtzufinden. Darüber hinaus wird von Quereinsteigern ins Lehramt zeitliche und räumliche Flexibilität erwartet. Seiteneinsteiger, die weder ein Lehramtsstudium noch ein Referendariat vorweisen können, werden in der Regel in Vertretung oder in befristeten Stellen eingesetzt. Wer vor dem Eintritt in den Beruf ein Referendariat absolviert, hat dagegen gute Chancen auf eine Lehrerlaufbahn. Unter Umständen erfolgt nach einigen Jahren sogar eine Verbeamtung. Um als Lehrkraft verbeamtet zu werden, müssen je nach Bundesland unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt sein. Diese setzen sich zusammen aus:

  • Dem entsprechenden Alter bei Dienstbeginn
  • Der gesundheitlichen Eignung
  • Einem sauberen Führungszeugnis
  • Der pädagogischen und fachlichen Tauglichkeit
  • Quereinstieg ins Lehramt an Berufsschulen

Frauen und Männer mit Hochschulabschluss, die über eine mehrjährige berufliche Praxis im Bereich der Wirtschaft verfügen, sind an Berufsschulen gerne gesehen. Da an solchen Bildungseinrichtungen Fächer mit wirtschaftswissenschaftem Bezug unterrichtet werden, suchen die Schulen verstärkt nach Personen, die in der Lage sind, die Inhalte praxisnah zu vermitteln. Zu beachten ist, dass auch vor dem Quereinstieg ins Lehramt an Berufsschulen ein Referendariat sowie eine pädagogische Weiterbildung absolviert werden müssen. An der Allensbach Hochschule können Sie den Masterstudiengang „Wirtschaftspädagogik“ belegen. Die Studieninhalte sind zu 100 Prozent online abrufbar – eine Präsenzpflicht besteht nur bei den Prüfungen. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums haben Sie die Möglichkeit, ein Referendariat an einer Schule im Bundesland Baden-Württemberg zu beginnen. Wenn Sie sich näher zu diesem Studiengang informieren wollen, empfehlen wir Ihnen unseren Beitrag „Wirtschaftspädagogik: Studium, Lehrinhalte, Berufsfelder“.

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